Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV09) – Nachrüstverpflichtung bei Anlagen und Gebäuden

Dämmung oberster Geschossdecken

Die EnEV09 fordert im §10 (3)+(4) die Dämmung nicht gedämmter, nicht begehbarer aber zugänglicher oberster Geschossdecken seit dem 01.10.2009 und die Dämmung nicht gedämmter begehbarer oberster Geschossdecken zu beheizten Räumen nach dem 31.12.2011. Die Dämmung der Decken hat so zu erfolgen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,24 Watt/(m²K) nicht überschreitet.

Um diese Nachrüstverpflichtung anwenden zu können ist es erforderlich, die im Verordnungstext verwendeten Begriffe zu klären: 

Im Sinne der Verordnung versteht man unter einer nicht gedämmter, nicht begehbarer aber zugänglicher oberster Geschossdecken Räume über der obersten Geschossdecke, die keine Ausbaureserve für Aufenthaltsräume oder für andere Nutzungen (z.B. Abstell- oder Trockenräume) darstellen. (Siehe folgende Abbildung)

Geschossdecke

Nicht begehbare aber zugängliche oberste Geschossdecke (Prinzipskizze)

Nicht gedämmte begehbare oberste Geschossdecken zu beheizten Räume werden gemäß EnEV als „begehbar" bezeichnet, wenn der Dachraum oberhalb einer entsprechend großen tragfähigen Grundfläche eine lichte Höhe aufweist, innerhalb der sich ein durchschnittlich großer Mensch in aufrechter Haltung ohne Mühe bewegen kann. Die bauordnungsrechtlich für Aufenthaltsräume im Dachraum vorgeschriebene Höhe wird nicht verlangt. (Siehe folgende Abbildung)

Oberste Geschossdecke

Begehbare oberste Geschossdecke (Prinzipskizze)

Als weiterer Begriff muss geklärt werden, was gedämmte Geschossdecke bedeutet. Wenn eine irgendwie geartete Dämmung der Geschossdecke bereits vorliegt gilt diese als gedämmt. Das kann jegliche Art von Dämmstoffen aus der Bauzeit des Gebäudes sein  wie Holzwolleleichtbauplatten, Faserdämmstoffe, Kunststoffe usw. Die Dämmstoffdicke spielt hierbei keine Rolle. Der Verordnungsgeber geht hierbei davon aus, dass das Gebäude wenigstens geringfügig „nach oben“ gegen Energieverluste gedämmt ist, so dass eine Nachrüstung in Form einer weiter verbesserten Dämmung zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen nach der Wertung des Verordnungsgebers nicht möglich ist.

Zum Erreichen des geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten der Geschossdecke von 0,24 Watt/(m²K) ist im Allgemeinen eine Dämmstoffstärke von 10 cm in einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe von 035 erforderlich. Die angegebene Dämmstoffstärke kann lediglich als Orientierung dienen. Es ist eine Untersuchung der Geschossdecke und Berechnung der Dämmung im Einzelfall erforderlich.

 

 

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